Geheimtipps für deinen Surf-Roadtrip an der Atlantikküste

Mit dem Camper von Frankreich bis Nordspanien
Moritz Reulein mit dem Surfbrett an der Türe des CLIFF X RT.
Moritz Reulein mit dem Surfbrett an der Türe des CLIFF X RT.

Europas Westküste ist mit ihren vielen Traumspots der Anziehungspunkt für Surfer schlechthin. Fotograf Moritz Reulein kennt sie seit Windeltagen und verrät uns seine Tipps auf und abseits der Klassiker-Route. Bonne journée von Bordeaux über Biarritz bis ins Baskenland!

 

Der Ulmer Moritz Reulein war als Dreimonatiger das erste Mal an der Atlantikküste. Seitdem ist kein Jahr vergangen, in dem er sich nicht zwischen Dünen und Pinien, Beach Breaks und Barrels getummelt hat. Für uns hat er 10 Tipps zusammengetragen, die noch nicht jeder beim Atlantiktrip auf dem Schirm hat.

Geöffnetes Fenster in dem CLIFF 600 X RT und Blick durch die geöffnete Türe auf das Meer und ein Surfbrett am Zaun.

1. Der richtige Zeitpunkt

Für mich sind September und Oktober die besten Atlantikmonate – dann, wenn alle anderen in die Gegenrichtung nach Hause pendeln. Es ist deutlich weniger los, das Meer ist noch warm (dank an den Golf von Biskaya), die Wellen gut, die Einheimischen entspannter – und die Preise auch.

 

 

2. Sparen mit der ACSI

Die Park4Night-App hat inzwischen wohl jeder Camper auf seinem Smartphone, aber ich bemerke immer wieder, dass die CampingCard ACSI noch nicht so viele auf dem Schirm haben. Mit ihr kann man in der Nebensaison europaweit auf über 3000 Campingplätzen richtig preisgünstig stehen – teilweise zahlst du nur die Hälfte. Sie kostet in der digitalen Version ohne Stellplatzführer um die 21 Euro, mit Stellplatzführer etwa 26 Euro. Ich habe das Geld immer schnell wieder drin. Ich würde allen Stöberern empfehlen, das Buch einmal zu kaufen. Ich habe es immer im Camper liegen. Das tolle bei dem Verbund ist auch, dass du dadurch immer wieder neue Campingplätze entdeckst.

3. Zwischenstopp auf dem Weg an die Küste

Paray-le-Monial ist einer meiner Zwischenstopp-Favoriten, der für mich als Ulmer fast genau auf der Hälfte des Weges liegt. Du fährst von der Autobahn ab und nach nur 10 Minuten stehst du auf dem riesigen, kostenlosen Stellplatz mitten in der Stadt mit der schönen, alten Basilika nebenan. Du kannst abends schön essen gehen, die Atmosphäre aufsaugen und dich morgens mit einem frischen Baguette oder Croissant wieder gen Atlantik aufmachen.

 

 

4. Gerne übersehen: Montalivet

Bordeaux gilt als nördlicher Surf-Auftakt. Viele halten sich aber an die Autobahn und die führt südlich der Stadt vorbei. Montalivet-les-Bains ist ein Ort direkt am Meer oberhalb von Bordeaux. In den bekannten Surf-Orten ist gerne stets viel los – hier nicht. Tagsüber kann man direkt am Wasser stehen und für die Nacht gibt es hinter der Düne direkt im Ort schöne Stellplätze.

Blick auf das Meer durch das geöffnete Schlafdach des CLIFF 600 X RT.

5. Cap Ferret

Fährt man einmal längs durch den Naturpark Médoc findet man 100 Kilometer weiter südlich das fast schon unverschämt hübsche Cap Ferret. Es ist eine Landzunge mit dem tollen Campingplatz Truc Vert, einem Leuchtturm und der größten Düne Europas, der Dune du Pilat. Sie ist bis zu 110 Meter hoch und knapp 3 Kilometer lang. Vom Kamm aus hast du eine sensationelle Aussicht. Außerdem gibt es dort zig Dörfchen – wie l’Herbe oder Mimbeau – wo frische Austern serviert werden.

 

 

6. Surfen im Baskenland: Lafitenia

Wir springen gen Süden ins Baskenland, wo sich kurz vor der Grenze nicht nur das Essen – ab jetzt gibt es tapas und pintxos… Hier findet sich ein Spot, den ich besonders mag: Lafitenia mit seinem schönen, rechten Pointbreak. Es ist auch ein super Platz für Gleitschirmflieger und es gibt super schöne Stellplätze wie Inter-Plages direkt über der Bucht mit seinem Blick gen Biarritz oder Le Bord de Mer, ein Campingplatz eine Bucht (Erromardie) weiter, wo man auch toll wingfoilen kann.

7. Bestes Schlechtwetterprogramm in Nordspanien

Auch das kann passieren: Wir hatten 2025 mehrere Tage in Nordspanien ohne Wellen, dafür mit Regen. Als Ausweichprogramm bietet sich Pamplona an, wo man vor allem eines tun muss: Tapas essen. Die Tresen hier sind reichlich gefüllt und die Casco Antiguo, die Altstadt, wird von einer fünf Kilometer langen Festungsmauer umgeben. Übernachtet haben wir wenige Minuten vor den Toren Pamplonas bei Camping Ezcaba.

 

Wir sind noch ein Stück weiter ins Hinterland zu einem meiner Highlights als Fotograf: Nordwestlich von Zaragoza liegt die Bardenas Reales, eine 415 Quadratkilometer große, verrückt schöne Halbwüste. Einige von euch kennen sicher die Bilder der surrealen Mondlandschaft mit ihrer von Erosion zernagten Felsformationen. Man kann den Naturpark über hunderte von Kilometer erwandern oder – so haben wir es gemacht – mit dem Bike oder Gravel erkunden. Mein Tipp: Direkt an der Wüste parken und mit dem Bike losziehen.

Moritz Reulein auf seinem Mountainbike in einer Sand und Felsenlandschaft.
Die Fronthaube von dem CLIFF 600 X RT vor einem spitzen Felsen.
Mountainbiker in einer Sand- und Felsenlandschaft.
Ausblick auf das Meer von einer Klippe und eine Frau sitzt auf einem Stuhl.

8. Campingplatz-Tipp in Nordspanien: La Paz

Direkt an der Playa de Vidiago in Asturien liegt der Campingplatz La Paz, einer meiner Favoriten (und Teil des ACSI-Verbunds). Vor allem auch, weil er eine Terrassenstruktur hat und du so von den oberen Stellplätzen einen unglaublichen Blick über den Golf von Biskaya hast. Unten der weiße Sandstrand, darüber die grünen Hänge, ein Restaurant mit guter Paella…

 

9. Günstig viel essen in Spanien

In Spanien kann man zur Mittagszeit mit einer Strategie besonders günstig besonders gut satt werden: mit dem Menú del Día. Das Tagesmenü gibt es wochentags und ist für die Arbeiter gedacht – und entsprechend passend für hungrige Surfer. Du bekommst in jeder Taverne zum unschlagbar guten Preis-Leistungs-Verhältnis drei Gänge und ein Getränk dazu. Und: Umso mehr Trucks oder Pick-ups vor der Tür stehen, umso besser ist das Essen.

Kleinstadt mit einer Brücke über einem Fluss.

10. Highlight zum Abschluss: Dole

Wer auf der Heimreise nochmal französischen Charme tanken möchte, dem empfehle ich den Zwischenstopp im Städtchen Dole, wo sich A 36 und A 39 kreuzen. Sie liegt zwischen Dijon und Besançon am am Fluss Doubs und dem Rhein-Rhône-Kanal. Das historische Zentrum mit der Stiftskirche Notre-Dame und den verwinkelten Gassen steht unter Denkmalschutz und die ganze Stadt ist durchzogen von Kanälen – daher auch der Titel „Klein-Venedig des Jura“. Der Campingplatz findet sich direkt am Doubs gegenüber des Chateau d`Azans.

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