Korsika mit dem Camper: Trailrunning zwischen Berge & Meer

Alpine Höhenmeter, einsame Trails und besondere Orte - Tourentipps für Korsika

Markus Lindl ist Fotograf und einer der besten Ultra-Trail Runner Österreichs. Er war mit einem CLIFF 601 auf Korsika unterwegs und hat einige Touren und Tipps mitgebracht.

 

Karwendel komme… Korsika ist die viertgrößte der Mittelmeerinseln und liegt rund 180 Kilometer südöstlich vom französischen Festland – an die toskanische Küste sind es nur 80 Kilometer (Elba liegt noch dazwischen) und nach Sardinien im Süden sind es gerade einmal 12 Kilometer.

 

Die Küste fällt zum Teil spektakulär steil ab. Bis zu 2.500 Meter soll es da noch in die Tiefe gehen. Und hinauf geht es mit dem Monte Cinto, dem höchsten Gipfel im Nordwesten bis auf 2.706 Meter. Diese Kombination aus Meer und alpinem Gebirge hat uns gereizt – und Spoiler-Alarm: uns auch nicht enttäuscht. Du kannst Trailrunnen, Bergsteigen, Klettern und am gleichen Tag noch am Sandstrand liegen.

 

Hier kommen meine Tipps und Highlights für die Insel:

Touren-Tipps

Tour 1: Der Monte Cinto ist fast schon Pflichtprogramm. ABER man muss Kraft und Kondition mitbringen und sich mit alpinem Gelände auskennen und entsprechend ausgestattet sein. Die Strecke über Geröll- und Blockgelände erfordert ab und an ein wenig Kletterei, ist aber so anspruchsvoll wie abwechslungsreich. Und: Vielen Menschen wirst du nicht begegnen…

 

Unser Ausgangspunkt lag bei Calasima, dem höchstgelegenen Dorf Korsikas, das sich an die Hänge der Cinque Frati schmiegt. 2.000 Höhenmeter und 23 Kilometer sind wir gelaufen, aber man kann den Monte Cinto vom Norden aus dem Ascotal angehen (ca. 1.500 Hm) oder auch vom Süden ab Lozzi über das Refuge de l’Ercu (ca. 1.600 Hm).

 

Campingplatz:
U Monte Cinto oder direkt daneben Camping L’Arimone. Ruhig und mitten in den Bergen gelegen. Nur Barzahlung möglich.

Tour 2: Im Süden sticht der Monte Incudine (2.134 m) heraus. Er liegt auf einem großen Hochplateau, dem Cuscione bzw. U Cuscionu. Wir haben bei unserem Lauf (20 km / 1.900 Hm) zwei Gipfel gesammelt und sind von Bavella zuerst auf den Punta di u Pargulu und weiter über den GR 20 auf den Icudine. Man kann ihn aber auch mit deutlich weniger Höhenmeter besteigen, vor allem vom nördlichen Parkplatz San Pietru kommend.

 

Tour 3: Vom Plage de la Tonnara aus sind wir auf eine wunderschöne Küstentour gestartet. Bis nach Bonifacio kann man hier direkt am Meer entlang laufen – ohne viele Höhenmeter, dafür mir sensationeller Aussicht.

 

Tour 4: Mitten in der Insel liegt ein malerisches Hochtal, das Vallée de la Restonica, das von Corte rund 15 km bis zum Talschluss führt. Hier haben wir eine einsame Tour zum Lac de Melo unternommen und sind weiter auf den Grat, auf dem auch der GR 20 verläuft.

 

Schöne Ort

Bonifacio hat uns total begeistert. Die Hafenstadt liegt an der südlichsten Spitze der Insel. Von hier kannst du nach Sardinien hinüber winken.  Vor allem aber liegt sie spektakulär auf weißen Kalkfelsen, die 60 Meter weiter unten langsam vom Meer abgespült werden. Die „Stadt der Klippen“ scheint auf der Kippe zu stehen. Dazu gibt es enge Gassen und die mächtige Bastion de l’Étendard, die mittelalterliche Festung, die im 12. Jahrhundert von den Genuesen errichtet wurde.

 

Ein anderer Ort, der uns überrascht hat, war Porto an der Westküste zwischen Calvi und Ajaccio. Die sensationell schöne Bucht mit ihren roten Steilklippen ist UNESCO Weltnaturerbe. Ansonsten ist Porto umgeben von Eukalyptus-Bäumen, den Bergen des Naturparks und im Norden dem Naturschutzgebiet La Scandola. Noch ein kulinarischer Tipp in Ajaccio: Mille et une Saveurs Sauvages, ein kleines, veganes Restaurant mit sehr gutem und sehr besonderem Essen.

 

Hinweis: Vor allem für das Fahren entlang der Westküste muss man Zeit und Geduld mitbringen. Sie Straßen sind schmal und kurvig. An der Ostküste fährt es sich besser.

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