Neuseeland im Winter: 10 Dinge, die ich auf meinem Roadtrip gelernt habe

Powder, einsame Nächte und Pläne, die über Bord gehen: Marion Haerty über ihre Erfahrungen unterwegs.

Neuseeland stand schon seit Jahren auf meiner Liste – und es wurde weit mehr als nur ein Snowboardtrip. Es war ein unglaubliches Freiheitsgefühl, mit dem Camper Van durch die Südinsel zu reisen. Ich bin jeden Morgen an einem neuen Ort aufgewacht, mit dem Board losgezogen, bin dem Wetter nachgereist und habe die unglaubliche Vielfalt, die auf dieser Insel zu finden ist, voll aufgesogen. Doch die Freiheit bringt auch Herausforderungen mit sich. Linksverkehr, einsame Nächte und Pläne, die einfach nicht aufgingen – diese Reise hat mich eine Menge gelehrt.

 

1. Unterschätze den Jetlag nicht

Wenn du aus Europa in Neuseeland landest, steht dein Körper Kopf. Dazu kommt die Orientierung in einem neuen Land und der Linksverkehr – die ersten Tage können anstrengend sein. Mein Tipp: Lass dir in den ersten Tagen Zeit. Schlaf dich aus, komm in Ruhe an und gewöhn dich ans Linksfahren mit dem Camper. Ein entspannter erster Tag ist definitiv besser, als erschöpft in ein Abenteuer starten zu wollen.

 

 

2. Neuseelands Straßen sind Teil des Abenteuers

Ich komme aus den Alpen und hätte nicht gedacht, dass mich Straßen in den Bergen aus der Ruhe bringen können. Aber Neuseeland ist anders. Manche Zufahrtsstraßen zu den Skigebieten sind krasser als wir es aus Europa kennen: Schotterpisten, steile Abschnitte, enge, tief abfallende Passagen und dazu natürlich Bedingungen, die sich mit Schnee und Wetter schnell ändern können. Da musste ich schon ein paarmal schlucken. Ich habe dann schnell gelernt, dass ich nicht überall selbst hinfahren sollte – und auch nicht muss: Ich habe den Shuttle oder Bus genommen und das war entspannt. Schließlich willst du deine Energie fürs Snowboarden aufsparen – und nicht erschöpft am Berg ankommen, weil die Fahrt mehr Adrenalin ausschüttet als die Line.

3. Einen Plan zu haben, ist gut. Ihn zu verwerfen, kann noch besser sein.

Ich hatte mir eine Route zurechtgelegt, doch Wetter, Schnee und auch spontane Gelegenheiten haben die schnell über Bord geworfen. Einige der schönsten Momente habe ich erlebt, weil ich meine Pläne geändert habe. Mal erzählt dir jemand von einem Ort, mal schickt dich das Wetter woandershin und manchmal hast du einfach Lust, noch einen Tag zu bleiben. Eine Richtung zu haben, hilft. Aber erst genug Raum für Spontaneität macht daraus ein Abenteuer.

 

 

4. Stell die dummen Fragen, BEVOR du losfährst

Ich spreche aus eigener Erfahrung: Ein Camper Van schenkt dir enorm viel Freiheit, aber du bist auch selbst verantwortlich für Wasser, Gas, Strom, Toilette, Batterien, etc. Nimm dir beim Vermieter vor der Abfahrt 20 Minuten Zeit und lass dir erklären, wie alles funktioniert. Stell die dummen Fragen. Mach Fotos. Merk dir, was wohin gehört. Das kann dir später nicht nur Zeit sparen…

 

5. Es wird etwas schiefgehen. Das gehört zum Trip dazu.

Egal, wie gut du organisiert bist – irgendetwas Unerwartetes passiert immer. Schlechtes Wetter, eine gesperrte Straße, eine falsche Abzweigung, wechselnde Schneebedingungen oder etwas ganz anderes. Im ersten Moment fühlt es sich an, als würden solche Momente deinen Trip ruinieren. Ein paar Tage später sind sie oft genau die Geschichten, über die du lachst. Das Reisen hat mich gelehrt, nicht mehr alles kontrollieren zu wollen und mich stattdessen besser anzupassen.

 

 

6. Allein im Nirgendwo zu übernachten, ist nicht immer so romantisch, wie es auf Instagram scheint

Online wirkt Vanlife stets idyllisch: Du allein an einem glitzernder See vor den Bergen im Sonnenuntergang. Dann wird es dunkel und plötzlich fühlt es sich ganz anders an, so allein zu sein. Ich habe gelernt, auf dieses Gefühl zu hören. Man kann mit Apps wie WikiCamps New Zealand Stellplätze checken, aktuelle Bewertungen lesen und einschätzen, wo die Nacht tatsächlich sicher erscheint. Manchmal habe ich es geliebt, völlig abgeschieden zu stehen. Dann war es mir wieder lieber zu wissen, dass da ein paar andere Vans sind. Beim Alleinreisen geht es nicht darum zu beweisen, dass du keine Angst hast. Es geht darum herauszufinden, womit du dich wohlfühlst.

Marion Hearty im Powder in Neuseeland

7. Neuseeland bietet ein ganz neues Level an Snowboard-Resorts

Aus den Alpen kommend, hatte ich ein ganz bestimmtes Bild von einem Skigebiet im Kopf – aber die Zufahrtsstraßen, die kleinen Communitys und das Gelände in Neuseeland können sich ganz anders anfühlen als Skifahren in Europa. Manchmal ist schon der Weg zum Berg Teil des Abenteuers. Ich habe es geliebt, diese neue Snowboard-Kultur zu entdecken: kleinere Communitys, leidenschaftliche Rider und das Gefühl, dass alle dort sind, weil sie wirklich dort sein wollen.

 

 

8. Die besten Freeride-Tage können zu Fuß starten

Eines meiner Ziele für diese Reise war, mich nicht r nur zwischen Liften und Wettkämpfen zu bewegen. Also bin ich mit dem Splitboard in die Bergwelt gezogen. An diesen abgelegenen Orten wurde mir wieder klar, warum ich mich überhaupt ins Freeriden verliebt habe. Wenn du stundenlang in den Bergen unterwegs bist, um diese eine Line zu fahren, ist es ein anderes Erlebnis. Es geht nicht mehr nur um den Run – er ist nur ein Teil davon.

Reise nicht nur mit Google Maps, sondern mit den Menschen.

9. Sprich mit den Leuten: Sie könnten deinen Trip komplett verändern

Eine der besten Arten, Neuseeland zu entdecken, führt über die Menschen. Die einheimischen Rider wissen, wo man bei welchen Bedingungen sein soll – und dann lohnt es sich häufig, die eigenen Pläne anzupassen. Die Wettkämpfe waren für mich auch eine coole Gelegenheit, mit der Freeride-Community in Kontakt zu kommen. Ich war Vorläuferin bei ein paar Freeride World Qualifiers und es war super, dort die Menschen und die Spots kennenzulernen. Reise nicht nur mit Google Maps, sondern mit den Menschen.

10. Du musst nicht jeden Tag vollpacken

Wenn du ans andere Ende der Welt gereist bist, ist die Versuchung groß, alles zu optimieren: heute snowboarden, morgen wandern, 4 Stunden mit dem Camper fahren, den Sonnenaufgang erwischen, noch den einen Ort besuchen … Aber manchmal ist es das Beste, einfach da zu sein. Trink einen Kaffee, geh schwimmen, lies ein Buch oder bleib länger, einfach weil es dir gefällt. Entdecken heißt nicht, ständig in Bewegung zu sein. Neuseeland hat mir gezeigt, dass die besten Trips manchmal genau dann entstehen, wenn du einen groben Plan hast, genug Zeit – und die Freiheit, unterwegs alles über den Haufen zu werfen.

Bereit für deinen eigenen Neuseeland-Roadtrip?

Marion hat es vorgemacht: Mit dem Camper Van bist du in Neuseeland unabhängig unterwegs und kannst deine Route spontan dem Wetter, den Bedingungen und deinen Plänen anpassen. Mit McRent kannst du verschiedene Camper für deine Reise durch Neuseeland mieten – vom kompakten Camper Van bis zum größeren Reisemobil.

 

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